13.9.2005 - Wenige Tage vor der Bundestagswahl ist das Rennen um das Kanzleramt wieder offen. Wenn
auch die Union den Umfragen nach weiterhin vor der SPD liegt, hat sich der Abstand zwischen beiden Parteien doch
deutlich verringert. Nach Ansicht aller Meinungsforschungs-Institute gibt es momentan keine Mehrheit für
Schwarz-Gelb.
Nun ist eine Prognose über den Ausgang einer Bundestagswahl, wie jeder seriöse Astrologe weiß, ein schwieriges,
oftmals unmögliches Unterfangen. Da sich die Astrologie in Symbolen ausdrückt, nimmt sie auch keine Wertungen
vor. Was uns auf den ersten Blick positiv erscheint, muss in der kosmischen Sprache der Planeten nicht immer so
"glücklich" dargestellt sein, wie wir uns das vorstellen oder wünschen.
(In der Tat sind es immer wieder die nicht eingetroffenen oder fehlerhaften Vorhersagen, die die Astrologie angreifbar
machen und die Kritiker, die sich noch nie ernsthaft mit Astrologie beschäftigt haben - sonst wären sie keine
Kritiker - so vehement auf den Plan rufen.)
Kein Saturn ist so "schlecht", als dass man damit nicht auch eine Wahl gewinnen könnte, kein Jupiter so "gut",
als dass nicht auch eine Niederlage möglich wäre. Häufig gewinnt gerade der Kandidat mit den "schlechteren"
Konstellationen. Er ist nun dem Druck der Verantwortung ausgesetzt, muss sich mit den großen Problemen herumschlagen,
wird von allen Seiten angegriffen usw. Der Verlierer dagegen ist vom Druck befreit und kann sich entspannt
zurücklehnen.
Das Amt des Bundeskanzlers ist gewiss kein Honigschlecken, so süß die Macht auch vielen erscheinen mag.
All dies sollte der Astrologe bedenken und in seine Prognose mit einfließen lassen, bevor er, was häufig
geschieht, auf Grund eines einzigen Aspekts ein Urteil abgibt.
Eine ausführliche Wahlanalyse würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Lassen Sie mich nur die wichtigsten
Aspekte benennen:
Beginnen wir mit Angela Merkel, in deren Horoskop sehr gegensätzliche Konstellationen zur Auslösung kommen:
Für viele Jahre bewegte sich der progressive Jupiter unaufhaltsam auf Merkels Sonne-Uranus-Konjunktion zu, nun
hat er den Uranus erreicht. Wörtlich übersetzt bedeutet Jupiter-Uranus "plötzliches Glück". Bei dieser
Konstellation ergeben sich unerwartete Chancen, etwas Überraschendes passiert, die Dinge nehmen eine glückliche
Wendung usw.
Durch Schröders Antrag auf Neuwahlen ist das Kanzleramt für Merkel nun zum Greifen nahe - früher, als sie sich
das selbst je erträumt hätte - Jupiter-Uranus eben...
Obere Abbildung zeigt Merkels Radix (17.7.1954, 18.00 MEZ, Hamburg) mit der Sekundärprogression im Außenkreis.
Der progressive Jupiter hat das ganze Leben gebraucht, um den Radix-Uranus zu erreichen. Zusätzlich befindet sich
auf der Radix-Sonne die progressive Jupiter/Uranus-Achse.
Neben diesen Verbindungen kommen in Merkels Horoskop aber auch Konstellationen zur Auslösung, die in ihrer Symbolik
in starkem Gegensatz zu oben genannten stehen: So bildet die progressive Mars/Saturn-Achse einen exakten Spiegelpunkt
zur Radix-Sonne, ein Bild, das Hemmung, Blockade und den Kampf gegen Hindernisse symbolisiert. Der Fall Kirchhof
und die damit verbundenen Stimmenverluste, die den Wahlausgang im Endspurt noch einmal richtig spannend machen,
belegen dies deutlich.
Ebenfalls schwierig mutet die progressive Sonne auf Sonne/Saturn der Geburt an, also noch mehr Reibung und
Druck, oder sorgt Merkel am Wahltag für die Trennung (Saturn) einer männlichen Person (Sonne) von ihrem Amt? -
siehe Abb. unten:
Der 18. September ist auch astrologisch betrachtet ein ganz besonderer Tag: Zusätzlich zu dem in den frühen
Morgenstunden stattfindenden Vollmond mit Sonne-Merkur-Konjunktion formen nicht weniger als sechs Planeten exakte
Aspekte untereinander: Jupiter steht im Sextil zu Pluto, Venus bildet ein Spiegelpunkt zu Mars und ist durch ein
Quadrat bzw. Trigon mit Saturn und Uranus verbunden. Am auffälligsten aber ist die Spiegelung zwischen Jupiter und
Uranus, sowie Mars und Saturn an der Erdachse (0°-Krebs-Steinbock), die für die sichtbare Erscheinungswelt, bzw.
Öffentlichkeit steht (Abb. unten).
Diese Transite entsprechen genau Merkels oben genannten progressiven Verbindungen - sie werden somit am Wahltag
aus der Latenz gehoben!
Darüber hinaus sind beide Transit-Achsen mit wichtigen persönlichen Punkten in Merkels Radix- und progressivem
Horoskop verbunden:
Die laufende Jupiter-Uranus-Spiegelung befindet sich exakt auf Merkels MC (vorausgesetzt die Geburtszeit von
18 Uhr stimmt - runde Zeiten machen mich immer ein wenig nervös), Abb. unten:
Die laufende Mars/Saturn-Achse bildet am Wahltag eine exakte Opposition zum progressiven Mond (Abb. unten).
Wenden wir uns nun Gerhard Schröder (7.4.1944, 21.48, Blomberg) zu:
Zum Zeitpunkt der Wahl bildet der laufende Pluto eine Opposition zum Radix-Saturn. Umgekehrt steht der
laufende Saturn in Konjunktion zum Radix-Pluto, dem Aszendentenherrscher des Kanzlers (Abb. unten).
Bei Saturn-Pluto-Verbindungen geht es um notwendige oder erzwungene Veränderungen. Diese Transite sprechen nicht
für einen Wahlerfolg, obwohl Schröders Horoskop ansonsten auch harmonische Progressionen aufweist: Die progressive
Sonne befindet sich auf Sonne/Jupiter der Geburt, die progressive Venus hat im Gegenbogen das Quadrat zur
Radix-Sonne erreicht (Abb. unten).
Unter diesen recht angenehmen Progressionen wieder gewählt zu werden, halte ich für nicht sehr wahrscheinlich.
Man könnte diese Konstellationen als Lösung von Spannungen und den wohlverdienten Ruhestand auffassen oder auch
als eine Entsprechung dafür sehen, sich einigermaßen ordentlich aus der Affäre gezogen zu haben.
Zusammenfassung:
Aufgrund der exakten und taggenauen Auslösungen hat Angela Merkel die besseren Karten. Einen Wahlsieg halte ich
für wahrscheinlich. Allerdings ist auf Grund der ausgeprägten Reibungs-Konstellationen, die ihr Horoskop aufweist
auch im Nachhinein mit vielen Hemmungen und Widerständen zu rechnen.
Ob sich die Situation in Deutschland unter einer Kanzlerin Merkel positiv verändern wird, bleibt abzuwarten.
Ich persönlich bin in dieser Hinsicht pessimistisch, denn Merkel hat, ebenso wie Schröder, eine progressive
Verbindung von Saturn und Neptun in ihrem Horoskop.
Saturn-Neptun steht für die Auflösung von Strukturen und chronische Zustände. Der Umstand, dass in den nächsten
ein bis zwei Jahren noch der progressive Mars über diese Konstellation "muss" (siehe Abb. oben), dämpft allzu
große Erwartungen.
Auch die Tatsachse, dass knapp zwei Wochen nach der Bundestagswahl Mars im Transit rückläufig wird, spricht nicht
unbedingt für einen kraftvollen Neugebinn. Eher sind Streitigkeiten und zermürbende Grabenkämpfe zu erwarten.